Fotografie & Reisen

Ein Tag in Den Haag

Den Haag ist eine pulsierende und faszinierende  Metropole. Hier trifft Moderne auf Tradition, Lifestyle auf Kultur. Die historischen Fassaden der Altstadt stehen im Kontrast zu den polierten Glasfronten moderner Architekturpaläste und während in den zahllosen Shoppingtempeln und Straßencafés das Leben tobt, so lässt man gleich nebenan in einem der zahllosen Museen den ganzen Trubel einfach hinter sich und taucht in eine ganz andere Welt ein. Trotz aller Unterschiede: Alles wirkt so, als ob es so sein muss, als ob es nie anders war. Den Haag bewahrt sich seinen eigenen Charme. Geht mit mir auf Entdeckungsreise und begleitet mich bei einem Tag in Den Haag.

Fast wirkt es, als ob es den Löwen selbst nach Wasser dürstet.

Durst

Mein Tag beginnt inmitten des Zentrums von Den Haag. Hier befindet sich der Binnenhof, der heute die erste und zweite Kammer der niederländischen Regierung beherbergt. Zu Fuß lässt sich das Gelände gut erkunden. Schnell entdecke ich den zentral gelegenen Brunnen, auf dessen Spitze stolz König Wilhelm II. thront. Damals – 1885 – als der Brunnen als Geschenk der Einwohner Den Haags an die Regierung aufgestellt wurde, scheute man die Wasserkosten. Um zu sparen, floss nur an bestimmten Tagen Wasser durch die Mäuler der Löwen, dem Wappentier König Wilhelm II. . Heute ist eher das kalte Wetter schuld daran, dass die Wasserzufuhr gekappt wurde. Und so wirken die Mäuler, aus denen sich sonst das kühle Nass ergießt, als ob sie heute selbst vor Durst nach selbigen schreien.

Ausdruck einer Ideologie: das Fahrrad

Revolutzer

Im Gegensatz zu uns Deutschen, deren meiste Aufmerksamkeit oft immer noch dem Auto gilt, sind die Niederländer ein echtes Fahrradvolk. Zugegebenermaßen: Der Niederländer an sich hat einen nicht von der Hand zu weisenden topografische Vorteil uns Deutschen gegenüber. Und so kommt der Drahtesel bei jeder passenden Gelegenheit zum Einsatz: bei der Fahrt zur Arbeit, zum Einkaufen oder einfach nur zum Treff mit Freunden in einem Café. Klar, dass ich auch bei meinem Spaziergang durch Den Haag immer wieder auf riesige Ansammlungen von Fahrrädern stoße. Doch auch bei uns könnte das gute alte Fahrrad schnell wieder an Bedeutung gewinnen. In Zeiten knapper und teurer werdenden Erdöls und mangels ernsthafter erkennbarer Versuche der Automobilindustrie echte Antriebsalternativen zu finden, könnte es zu einer wahren Renaissance des Fahrrades kommen. Obwohl es bereits im 17. Jahrhundert fahrradähnliche Fuhrwerke gab, begann der eigentliche Eroberungszug des Velos Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der Holzdraisine. Was einst als kostengünstigstes Fortbewegungsmittel galt, dient heute eher als Sportgerät oder als Ausdruck einer umweltbewussteren Ideologie. Vielleicht schafft es ja das gute alte Fahrrad das Symbol einer grünen Revolution zu werden.

Sind wir nicht alle ein bisschen Escher?

Escher everywhere

Wer oder was ist eigentlich Escher? Erstaunlicherweise kennt fast jeder von uns das Bild, in dem ein Wasserfall sich scheinbar selbst speist oder das Dreieck, dessen Schenkel auf erstaunliche Weise in sich verwunden sind. Doch kennt Ihr den Namen des Künstlers, der hinter diesen Zeichnungen steht? Es ist Maurits Cornelis Escher. Auch ich muss zugeben, zwar kenne ich den Namen und die berühmtesten Bilder aber sein eigentliches Lebenswerk war auch mir bis jetzt völlig unbekannt. Doch das ändert sich nun: Bei einem Besuch im Escher in het Paleis. Denn das sehr beeindruckende Museum beleuchtet das komplette Leben des Künstlers und all seine verschiedenen Werke. Dabei wurde M. C. Escher zu Lebzeiten noch nicht einmal als Künstler anerkannt. Durch seine Abbildungen, hinter denen sich oft intuitiv mathematische Regeln verbergen, brachten ihm jedoch Ruhm in Mathematikerkreisen. Erst nach seinem Tod wurden seine Werke auch als echte Kunstwerke gesehen und erlangten durch die moderne Popkultur Kultstatus. Aber das eigentlich Erstaunliche des Besuchs in diesem Museum offenbart sich mir nun im Nachhinein. Denn wo immer ich mich befinde und was immer ich auch betrachte, überall erkenne ich Strukturen und Formen, die mich stets an die Werke Eschers erinnern. Da stellt sich mir spontan die Frage: Sind wir nicht alle ein bisschen Escher?

Die abendländische Variante eines Mandala, ausgerechnet in einem Shoppingtempel

Mandala des Okzident

Es ist spät geworden und die Sonne ist bereits hinter dem Horizont verschwunden. Jetzt beginnt die Zeit der Lichter und die einsetzende Dunkelheit verleiht der Stadt ein ganz anderes Gesicht. Das Spiel des letzten Lichts des Tages mit dem grellen Kunstlicht der Fassaden weckt erneut meine Neugier. Als ich auf den Dagelijkse Groenmarkt biege, stehe ich plötzlich vor einem farbenfrohen Gebäude. Es ist die Snoeptrommel – also die Bonbondose – und der Name ist vom Äußeren durchaus passend. Früher befand sich hier ein altes Kloster, bevor das Gebäude als Polizeistation genutzt wurde. Im Jahr 1998 wurde das Gebäude restauriert und neu gestaltet, wobei es auch seine heutige Fassade erhielt. Die Farben und Formen ziehen mich in ihren Bann und so kann ich nicht anders und trete ein. Doch drinnen wandert mein Blick nicht auf die Auslagen des Kaufhauses, welches sich heute in dem Gebäude befindet, sondern hinauf an die Decke. Direkt über mir thront eine riesige Glaskuppel, deren mosaikähnliche Segmente sich zu einem hypnotischen Ganzen zusammenfügen. Spontan kommt mir das Bild eines Mandalas in den Sinn. Jener Kreisgebilde, deren Erstellung im Buddhismus und Hinduismus als religiöser Meditationsakt vollführt wird. Irgendwie finde ich es passend, dass ich solch ein Objekt hier in der westlichen Welt gerade in einem Kaufhaus finde. Mir gefällt die Metapher vom Shoppingtempel und der absoluten Hingabe dem Konsums, gerade so, als ob sie die Meditation des Abendlandes sei.

Zum Ausruhen oder Schwelgen, ein Tag geht zu Ende

Blind date

Nun ist es endgültig dunkel geworden und ich begebe mich zurück an den Punkt, an dem mein Spaziergang heute Morgen begann. Auf dem Weg dorthin entdecke ich eine lange Reihe von Parkbänken, die den Rand der Fußgängerzone säumen. Sie laden zum Ausruhen ein und ich nehme das Angebot gerne an. Nach so einem Tag tut ein wenig Ruhe gut. Ich setze mich, beobachte das Geschehen und blicke zurück auf diesen wunderschönen Tag in einer wunderschönen Stadt.

6 Responses

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